Folge 12: Braucht ein Scrum Master Domänenwissen?

Erschienen am 18.11.2016



Anders als geplant, geht es heute nicht um MVP (Sorry, Tim!), sondern um die Frage, ob ein Scrum Master Domänenwissen braucht. Dabei hangeln wir uns am Streitpunkt entlang, ob es von Vor- oder Nachteil ist, wenn sich der Scrum Master in der Domäne seines Teams auskennt. Dabei sprechen wir auch an, was das tatsächliche Problem sein kann, wenn das Team glaubt, der Scrum Master mache nur “Blümchenwiese”.

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Ein Gedanke zu „Folge 12: Braucht ein Scrum Master Domänenwissen?“

  1. Die Folge ist zwar schon etwas älter, aber ich wollte dennoch mal kommentieren. Ich bin nämlich genau so jemand, dem das Domänenwissen weitgehend bei seiner Arbeit als Scrum Master fehlt. Ich komme eigentlich aus dem Lehramt, Deutsch und Geschichte, habe einen coolen Methoden-Kofferschrank dabei, aber verstehe von Softwareentwicklung bislang kaum etwas. Ich teile eure Aussage, dass es „drauf ankommt“, zu genau einhundert Prozent. Wir haben vier Teams im Unternehmen, zwei pro Scrum Master, und ich habe genau die beiden Teams, denen ich mit meinen Voraussetzungen gewachsen bin. Die beiden anderen stecken so tief in Architektur-Diskussionen und technischen Feinheiten drin, dass ich ziemlich übel failen würde, wenn ich mich da jetzt als Scrum Master hinsetzen würde. „Meine“ Teams hingegen haben etwas überschauberere Projekte, bei denen solche Diskussionen nicht nötig sind. Ich kann mit meiner Neugier und meinen anderen Perspektiven sehr gut zugreifen und Impulse geben, so dass es sich zumindest anfühlt, als wäre ich eine Bereicherung für die Teams. Das führt aber zu anderen Eigenschaften, die auf gar keinen Fall fehlen dürfen: Neugier, feine Antennen für Stimmungen/Empathiefähigkeit und die Fähigkeit, Fragen zu stellen. Man braucht das Gespür dafür, zu hinterfragen, wenn sich ein Dev zu schnell in seinen Lösungen sicher wähnt. Oder für Momente, in denen er/sie kurz davor ist, vor die Wand zu fahren. Da braucht es auch kein Methodenfeuerwerk oder dicke Skills, um sich Akzeptanz zu verschaffen. Die habe ich in meinen Augen und laut der ersten Rückmeldungen und dem Grad der Einbindung bei teambezogenen Fragestellungen schnell erlangt. Fehlendes Domänenwissen lässt sich so sehr gut ausgleichen und fast schon methodisch einsetzen. Wenn es der Dev nicht erklären oder begründen kann, dass ich es nachvollziehen kann, sollte er sich hinterfragen. Das macht die Entwickler ein Stück weit zu Erklärbären und -bärinnen, bringt jedoch viel Selbstvergewisserung.
    Was mir persönlich jedoch auch große Vorteile sind: Ich muss Scrum nicht neu einführen und etablieren, das haben einige vor mir schon etabliert. Und außerdem bin ich in einem Scrum Team mit einem Kollegen, dem das Domänenwissen -nicht- fehlt. Wir ergänzen uns sehr gut, entwickeln Synergieeffekte und lernen sehr viel voneinander. Wie gesagt: Neugier und Wissensdurst als wichtigste Eigenschaft! Aber wer das nicht hat, dürfte sich auch kaum je für diesen Job interessieren, geschweige denn bewerben. 😉

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